Psychische Störungen

Der Weg aus der Angst in die Liebe

Das es zu psychischen Problemen und Krisen kommen kann, liegt in der letzten Ursache begründet, der, der Angst. Der Angst unabhängig (Depression) leben zu können, der Angst nicht genug zu haben (Burnout, Manie) oder der Angst (unbewusste) Konflikte (Panik) zu erkennen. Im Unbewussten verborgen wird ein Mangel an Wichtigem oder eine Fülle an Verletzendem versucht in ein Gleichgewicht zu bringen. Oftmals mit vertrauten oder symbolischen Kompensationen. Gutes auffüllen und Schlechtes auflösen sind Ziel der Psychotherapie.

Gefühle als Ursachen psychischer Störungen

Die fundamentalen emotiven Grundkräfte menschlicher Daseinsempfindung sind Angst ( – [Minus]) und Liebe ( + [Plus]). Aus diesen polaren Kardinalgefühlen Liebe (sich ohne Vorteilsdenken verbinden „wollen“) und Angst ( etwas „ablehnen“) entfalten sich – denken Sie hier an einen Fächer – alle weiteren Gefühle, Emotionen und Affekte.

Entsteht hier entwicklungsbedingt (besonders in der pränatalen, also vorgeburtlichen Phase, und/oder Kindheit) aufgrund des Erlebens, welches immer individuell vom jeweiligen Menschen und seinem spezifischen psychischen System verarbeitet wird, im überwiegenden Anteil ein Gefühlsspektrum, welches sich überwiegend im Angstspektrum entfaltet, manifestieren sich hier Störungen wie generalisierte Angst, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen u.a.

Wo noch in der Kindheit und Jugend (leider immer seltener) diese Liebesdefizite ausgeglichen werden können, beginnt manchmal bereits mit dem Beginn des selbstständigen Lebens (Loslösung vom Elternhaus; wenn es denn überhaupt stattfindet), eine Störanfälligkeit für das erwachsen- eigenständige Leben.

Das uneigennützige Wollen (Liebe) und Ablehnen (Angst; aus ihr entspringt der Hass), wenn es pathologisch verdreht erlebt bzw. gelebt wird, kann zu Problemen im Eigen- und Fremderleben führen.

Das Wollen (eigennützige „falsche“ Liebe) fußt dann im unbewussten Angsterleben (Mangel) und kann zu Süchten und Machtstreben verleiten und dies auf persönlicher, partnerschaftlicher aber auch staatlicher Ebene.

Das Ablehnen (falsche Angst) des eigenen Lebensweges kann aus dem Überangebot an Wollen (falsche Liebe) der Eltern bzw. eines Elternteiles (wollen „es“ [das Kind] für sich) entstanden sein.

So sind in der menschlichen Erlebniswelt Liebe als auch Angst sich gegenseitig tarnend jeweils bipolar.

Selbstverständlich gibt es auch psychische Probleme, welche durch das Erwachsenenleben ursächlich gebildet werden können, wie z.B. eine Traumatisierung infolge eines Unfalls oder einer Gewalteinwirkung. Doch auch hier wissen wir inzwischen, dass eine gefestigte Persönlichkeit mit einem niedrigen Angstvolumen (schmales Angstspektrum) mit solchen Traumata besser umgehen und auch besser verarbeiten kann.

Integrativ verstanden, bedingen – und damit sind ausschließlich deren positiven Aspekte bzw. Konzepte gemeint – damit die 3 Wiener tiefenpsychologischen Schulen nach Sigmund Freud (Wille zur Lust), Alfred Adler (Wille zur Macht) und Viktor Frankl (Wille zum Sinn) eine holistische Sicht auf die Tiefendimensionen der menschlichen Psyche. Ergänzt werden diese am sterblichen Menschen orientierten Anschauungen (Theoriegebilde) um die Höhenpsychologie – so müsste sie m.M.n. bezeichnet werden – Carl Gustav Jungs und damit die Individuation der überdauernden Seele aus der unbewussten Welt (Tiefenpsychologie) heraus in das bewusste Erleben von „SELBST“ und „WELT“.

Kategorisch eingeordnet lassen sich Franks Logotherapie und Jungs analytische Psychologie als Höhenpsychologien bezeichnen, da Sinn (Frankl) und Individuation (Jung) die Lust (Freud) wie auch die Macht (Adler) aus der Angst (Mangel) in die Liebe (Fülle) führen.

Und wie heißt es so schön: „Nach Höherem sollst Du streben!“

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