Psychosomatische Erkrankungen

Psychosomatik als Schnittstelle von Psyche und Körper

„Etwas geht mir unter die Haut.“, „Ein Problem bereitet mir Kopfzerbrechen.“, „Etwas schlägt mir auf den Magen.“, „Etwas geht mir an die Nieren.“ oder „Ich nehme es mir zu Herzen.“ hat jeder schon mal gehört. Dies muss nicht zur psychosomatischen Erkrankung führen, aber diese Redensarten zeigen, wie sehr wir Menschen spüren können was wir erleben. Als würden uns solche Redensarten in ein unbewusst kulturell wirkendes Programm einbetten. „Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“ sagte einst Christian Morgenstern.

Philosophisch-technische Betrachtungsweise der Psychosomatik

Der Begriff „Psychosomatik“ setzt sich aus den altgriechischen Wörtern ψυχή psyché (altgr. für Atem, Hauch, Seele) und σῶμα soma (altgr. für Körper, Leib) zusammen. Als Ausdruck verbindet dieses Wort somit Psyche und Körper miteinander ohne selbst Körper oder Psyche zu sein.

Diese Trennung von Ausdruck und Kennzeichnung ist von großer Wichtigkeit, um verstehen zu können, was dieser Ausdruck „Psychosomatik“ seinem innersten Wesen nach meinen kann.

Das was dieser Ausdruck „Psychosomatik“ also bedeutet ist Etwas, was keines von beidem – also Körper und Psyche – ist, beides jedoch in sich als Ausdruck verbindet.
Leicht zu erkennen ist jedoch, dass diese „Verbindung“ nicht klar zu verorten ist, wenn man sich nicht auf einen einseitigen Standpunkt zum Thema „Leib-Seele-Dualismus“ einlassen möchte.

Da der Körper (soma) und die Psyche (Atem, Hauch, Seele) zum einen materiell und zum anderen immateriell (zumindest ohne Masse/Gewicht) sind, ist eine eindeutige Zuordnung von Psychosomatik als materiell oder immateriell nicht möglich.

Wir finden hier also ein Phänomen vor, diese sogenannte „Verbindung“, welche nicht angefasst noch gefühlt werden kann. Sie ist unbekannt und unbewusst. Denn angefasst bzw. gefühlt werden kann nur ein psychisches Ereignis (z.B. Wut) oder ein physisches Gebilde (z.B. Magen).

So kann das eigentliche Wesen, diese Schnittstelle von Soma und Psyche, am ehesten mit einem Compiler (Link zu Wikipedia), also einem Computerprogramm, verglichen werden. In Analoga zum Menschen übersetzt und vermittelt der Compiler zwischen einer höheren Programmiersprache (psychisches System) – und damit auch den Eingaben [Gedanken u. Empfindungen (Gefühle, Affekte u. Emotionen), Bewertungen und Interpretationen] des Users (Benutzers) – und der Maschinensprache (direkte Ausführung im Prozessor mit weisungsgebendem Charakter an die umliegende Peripherie [Hardwarekomponenten]. Denken Sie hier an die reduktionistische biomedizinische Betrachtungsweise des Menschen als Maschine. So können wir hier symbolisch für die Maschinensprache die befehlenden und weisungsgebenden Informationsströme im Nerven-, Hormon- und Immunsystem erahnen, dem sogenannten „immunoneuroendokrinen Netzwerk“.

So wie also die Daten (Informationen) in Maschinensprache durch den Prozessor in den daran angeschlossenen Hardwarekomponenten ausgeführt werden, können wir uns hierzu analog die Eingabedaten im psychischen System denken, welche von einem uns unbekannten Compiler („Psychosomatik“) in die vom immunoneuroendokrinen Netzwerk (also von Nerven-, Hormon- und Immunsystem) und seiner untereinander gemeinsam genutzten biochemischen Sprache ausgeführt werden.

Vielleicht kann uns also die theoretisch schlüssige und praktisch funktionierende „Wissenschaft“ der Informatik mehr über den Biocomputer Mensch mitteilen, als eine Schulmedizin, welche selbst für sich keine „Wissenschaft“ ist, sondern sich ihr Menschenbild aus dem (überwiegend veraltetem) Wissen vieler Wissenschaften zusammengesetzt hat.

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